Gäste 2007-2010

Dr. Leyla Yunusova, Aserbaidschan (2010)
ist Gründerin und Leiterin des regierungsunabhängigen “Instituts für Frieden und Demokratie”. Seit 20 Jahren war sie immer wieder Zielscheibe der Regierung. Die letzte Einschüchterungskampagne gegen sie und ihre Verwandten begann im Sommer 2009. Sie reichte von Diffamierungen in der Regierungspresse bis hin zu Morddrohungen durch Unbekannte.

Sakit Zahidov, Aserbaidschan (2010 - 2011)
ist Journalist und Schriftsteller und schreibt satirische Gedichte in der oppositionellen Zeitung “Azadliq (Freiheit)”. Sie zeichnen sich durch beißende Kritik an den politischen Verhältnissen in Aserbaidschan aus. In einem unfairen Prozess wegen angeblichen Drogenbesitzes wurde er im Oktober 2006 zu drei Jahren Haft verurteilt.

Tamara Chikunova, Usbekistan (2009 - 2010)
gründete 2000 die Organisation “Mütter Usbekistans gegen die Todesstrafe und Folter”. Es ist ihrer Unermüdlichkeit zu verdanken, dass Usbekistan die Todesstrafe offiziell am 1. Januar 2008 abschaffte. Heute kämpft sie für eine menschenwürdige Rechtssprechung und für bessere Haftbedingungen der ehemaligen Todeskandidaten.

Jahangir Alam Akash, Bangladesch (2009 - 2010)
schreibt seit 20 Jahren als Journalist und Schriftsteller gegen Machtmissbrauch und Korruption in seinem Land und in der Grenzstadt Rajshahi an. Zuletzt war er für die überregional erscheinende Zeitung ‚Daily Sangbad’ und den Bengali-Sender der Deutschen Welle tätig.

Sanath Balasooriya, Sri Lanka (2009 - 2010)
journalistische Laufbahn begann 1991. Er ist Mitglied des “Free Media Movement” (FMM) und der Bewegung “Journalists for Peace”, die sich für die Rechte der tamilischen Minderheit im Norden Sri Lankas und für Friedensverhandlung stark gemacht hat. Er arbeitete bis zu seiner Ankunft in Deutschland in der Zeitung DINAMINA.

Pedro Matías Arrazola, Sri Lanka (2009 - 2010)
konzentriert sich in seiner Arbeit auf Übergriffe und Korruption staatlicher Stellen im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca sowie auf das organisierte Verbrechen. Seit 1986 ist er für mehrere Presseorgane in Oaxaca tätig sowie als Korrespondent der unabhängigen politischen Zeitschrift “Proceso” und des Nachrichtenprogramms “CNI” des Fernsehsenders “Canal 40”.

Natallia Makuschina (Nov. 2007 - Nov. 2008)
Natallia Makuschina aus Grodno/Belarus arbeitet seit 2005 als freie Korrespondentin für das Weißrussland-Programm der Deutschen Welle in Bonn. Täglich produziert sie Radiosendungen mit Berichten über kulturelle Ereignisse und soziale Probleme, über Menschenrechtsverletzungen und Demokratiedefizite. Dafür erhielt sie wiederholt Drohungen und fürchtet seitdem staatliche Sanktionen. Die politische Situation in Weißrussland ist von Unfreiheit und Unterdrückung der Medienvertreter und politischer Gegner geprägt. Für ihre Arbeit wird Natallia Makuschina 2007 mit dem alternativen, unabhängigen Sawadski-Preis geehrt. Diese dem Regime unliebsame Auszeichnung führte zu neuen Repressionen.

Alaa Saadoon (März 2008 - März 2009)
Alaa Sadoon arbeitete als Übersetzer und Vermittler für amerikanische und europäische Kollegen und geriet mit ihnen in Lebensgefahr. Brisante Themen wie die UN-Aktivitäten gegen die erstarkende Mehdi Armee oder der Fall einer amerikanischen Anwältin, die für ein in Karbala gegründetes Frauenzentrum ermordet wurde, zwangen ihn an gefährliche Orte. Unbekannte durchsuchten mehrfach sein Haus und drohten ihm mit dem Tod, sollte er seine Zusammenarbeit mit ausländischen Journalisten nicht sofort beenden.

Bachadyr Musaev (März 2007 - März 2008)
Bachadyr Musaev ist Soziologe und einer der wenigen Wissenschaftler in Usbekistan, die immer noch mutig die Regierung kritisieren. Von September 2006 bis März 2007 verfolgen ihn Unbekannte auf der Strasse. Seine Tochter Shahzoda - eine in Usbekistan beliebte Pop-Sängerin - erhält Auftrittsverbot. Platten- und Konzertfirmen annullieren ihre Verträge für 2007. Man legt ihr nahe, den Vater vom Schreiben abzuhalten. Auf der regierungsnahen Internetseite centrasia.ru wird Bachadir Musaev als Staatsfeind und Betrüger bezeichnet. Er schreibt über die "Wurzeln des islamischen Extremismus in Zentralasien" und über die "Gewaltherrschaft und Korruption des Präsidenten Karimov vor dem Hintergrund des Massakers von Andischan im Mai 2005. Regelmäßig veröffentlicht der Soziologe in verschiedenen Internetforen und arbeitet mit BBC, Radio Free Europe, Radio Liberty zusammen. Sein neuestes Buch "Der Fächer von Andichan" - eine Maschine zum Töten" steht seit 2007 im Internet.

Alhierd Bacharevic (Jan. 2007 - Jan. 2008)
Alhierd Bacharevic ist Schriftsteller aus Minsk und veröffentlichte bisher die Bücher: "Die natürliche Färbung" (2003) und "Keine Gnade für Valentina H." (2006) und "Praktisches Hilfswerk zur Zerstörung der Städte", für das er den Literaturpreis "Hliniany Viales" bekam. Einzelne Erzählungen wurden ins Deutsche, Tschechische und Bulgarische übersetzt. Inzwischen sind seine Werke in Belarus verboten. Alhierd Bacharevic ist aktuell Stipendiat des PEN- writers-in-exile-Programm.

G.M.B. Akash (Jan. 2007- Dez. 2007)
"Randwelten ist mein Thema", sagt G.M.B.Akash und begreift sich als Anwalt für die Menschenrechte der Armen. Einer islamistischen Gruppe in Dhaka mißfielen seine sozialkritischen Bilder und bedrohte ihn. Im Rathausfoyer zeigte er im Dezember 2007 seine neuesten Arbeiten: Alltagsszenen und Armut in Dhaka und in Hamburg: Suchende auf Müllhalden, Kinderarbeiter, Sexarbeiterinnen, Drogenabhängige oder Überschwemmungsopfer neben einem Jogger im Abendrot vor der Alsterkulisse, drei Damen am Hafen oder Menschen ohne Obdach, Punks mit Schäferhunden und Straßenmusiker ."Ich nähere mich ihren materiellen Sorgen, ihren täglichen Überlebensängste, ihren Abhängigkeiten untereinander mit dem fokussierenden Blick durch die Kamera, der mir eine besondere Wahrnehmung ermöglicht. Immer wieder betont G.M.B.Akash, dass er seine Arbeit als Berufung und Bestimmung begreift. "Wenn es bei meiner Arbeit um Geld ginge, dann würde ich Mode fotografieren", sagt er lachend. Die Geo-Redaktion, Stern-Stiftung und eine Münchner Sponsorin ermöglichten G.M.B.Akash und seiner Frau Trisha ein Jahr in Hamburg. www.Gmb-akash.com

Taita Junusova (März 2006- März 2007)
"Verschließ nicht die Augen vor dem Leid der anderen", lautet Taita Junusovas Lebensdevise. Und gemäß dieser Losung ändert die Erzieherin mit Ausbruch des Krieges 1994 ihr Leben, mischt sich ein, wird zu einer überzeugten und mutigen Friedenskämpferin. Taita Junusova - Vorsitzende der Friedensorganisation 'Echo des Krieges' setzt sich seitdem für eine friedliche Lösung des Tschetschenienkonflikts und die Wahrung der Menschenrechte ein. Für ihren mutigen Einsatz zeichnet sie die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen am 10. Dezember 2006 mit dem Friedenspreis 'Sievershäuser Ermutigung' aus. Die Friedensaktivistin filmte, fotografierte und dokumentierte jahrelang Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und ist oft zu Massengräbern gefahren, um mit Frauen aus Russland deren Söhne und Ehemänner zu suchen und zu identifizieren. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie in der Friedenserziehung mit Kindern an Bergschulen in Tschetschenien.